Infos, Praktiken & Erfahrungsberichte

Unsere Erfahrungen

Zum Thema Böckchenhaltung gibt es leider immer noch zu viele falsche und unsachliche Berichte und Erzählungen.

Mit 10 Jahren Erfahrung bei der Aufzucht und Haltung von Böckchen und durch unabhängige Berichte von Haltern einer Böckchengemeinschaft möchte ich dazu beitragen, diesen Vorurteilen und Fehlinformationen entgegen zu wirken.
Seit ich Meerschweinchen halte und züchte, habe ich auch immer Böckchenhaltung, und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: es klappt.
Meine Böckchen werden zu zweit oder in Gruppen gehalten, Babies, Jungtiere oder heranwachsene Böcke gemischt oder nach Alter getrennet, alles ist möglich.

Ebenfalls habe ich schon erfolgreich ehemalige Deckböcke wieder vergesellschaftet, mit dem nötigen Hintergrundwissen und der richtigen Einschätzung des Charakters der Tiere und einigen "Vergesellschaftungsregeln" ist das durchaus möglich.





Vorurteile...

... halten sich leider immer hartnäckig.

Der Charakter eines Meerschweinchens ist nicht geschlechsabhängig.
Liebevoll, verschmust, neugierig und friedliebend sind keine Atribute, die nur dem weiblichen Geschlecht zukommen. Wer schon einmal beobachtet hat, wie liebevoll und vorsichtig ein erfahrenes Altböckchen mit zu ihm gesetzten Frischlingen umgeht, wird verstehen, was ich meine.

Auch männliche Meerschweinchen können ein vertrautes und unkomliziertes Verhalten mit Menschen zeigen, wichtig ist hier immer die Aufzuchtphase und Sozialisierung, ebenfalls die Haltungbedingungen bei einem tierlieben und verantwortungsvollen Züchter.
Werden die Tiere früh auf den Menschen geprägt, sind sie Streicheleinheiten und Berührungen gewöhnt, dann gibt es in der Regel auch keine Verhaltensauffälligkeiten.

Die Statisik ...

Seit 2004 führte ich gewissenhaft ein Zuchtbuch.
In dieser Zeit konnte ich bestätigen, so die allgemeine Statistik über die Geschlechterverhältnisse, dass 50% aller Nachkommen männlich sind.

Als tierliebende und verantwortungsbewuste Züchterin war für mich eine "Entsorgung" meiner Tiere bei einem Futterhändler für Schlangenfutter keine Alternative!
Darum ließ ich meine Buben frühkastrieren - so war eine Vermittlung zu einem sehr frühen Zeitpunkt ohne Wartezeit in ein neues Meerschweinchenrudel unkompliziert möglich.

Wenn ein Meerschweinchenzüchter nur immer weiblichen Nachwuchs abzugeben hat, sollte man doch nachdenklich werden!



Was passiert, wenn ....

Ja, darüber denkt man im allgemeinen gar nicht nach.

Bei vielen Vermehrern ist es durchaus üblich, kleine Meerschweinchenbuben sofort nach der Geburt loszuwerden.
Da sind ihnen dann alle Mittel recht, sie auch als Futter für Schlangen und Echsen loszuwerden.

Nur, als verantwortungbewußte und tierliebe Züchterin ist dieser Gedanke undenkbar.

Mit einer Zuchtpause, planvollen Frühkastationen und Abgabe meiner ehemaligen Zuchtböckchen als Kastraten und Aufklärunsarbeit zur Böckchenhaltung, bemühe ich mich unermütlich auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Ich möchte möglichst viele neue Meerschweinchenfreunde informieren.



Wie wichtig ist ...

Jacomo & Rosemarie

... die Aufzucht?

Das ist natürlich mit das wichtigste Thema überhaupt.

Eine gute Kinderstube ist für Meerschweinchen sehr wichtig.

Um Verhaltensauffälligkeiten wie Unverträglichkeiten, Panikattacken, Handscheuheit und hohe Agressivität gegen Artgenossen zu verhindern, sollte man als Meerschweinchenfreund genau hinschauen, wo seine neuen Lieblinge herangewachsen sind.

Heranwachsende Böckchen brauchen eine gute Verweildauer in einem gem. Rudel als Babys und eine genauso geordnete Prägungsphase als Babyböckchen bis zur Kastartion bei einem gutmütigen und sehr gut sozialisierten Kastraten.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Tiere immer genug Platz haben.
So lernen sie alle Verhaltensregeln, die zu einem normalen Leben im Rudel notwendig sind.

Täglicher direkter Umgang mit Menschen und Streicheleinheiten sind eigentlich normal.

Bei der Vergesellschaftung mit einem Altböckchen, kann der Auszug schon direkt von der Mutter zum Altböckchen geschehen, das Jungböckchen sollte aber bis dahin schon ein Mindestgewicht von 350 g haben.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Vergesellschaftung von Jungböcken mit Altböckchen bis zu einem Alter der Jungböckchen bis ca. 10 Wochen möglich ist.

Ab diesem Alter sind die Tiere dann auch alt genug um min. zu zweit ebenfalls in ein neues Heim vermittelt werden zu können.