Petra Gripentrog Ebersberg Bayern
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Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist für ein Meerschweinchen sehr wichtig. Das nährstoffreiche Heu, die vielen Vitamine im Frischfutter, und das energiereiche Kraftfutter, bilden die richtige Abwechslung.

MERKE: Ein Meerschweinchen, das gesund und ausgewogen ernährt wird, ist weniger anfällig für Krankheiten, hat eine höhere Lebenserwartung und fühlt sich sichtbar wohler.

Nicht nur die Abwechslung spielt eine wichtige Rolle - auch die jeweiligen Mengen, in denen richtig gefüttert werden sollte.

  • Heu ist für Meerschweinchen lebensnotwendig. Dieses sogenannte Raufutter ist die Grundlage dieses Nagers, weil es die ständig wachsenden Zähne abwetzt und sehr nährstoffreich ist. Anhand von Farbe und Geruch des Heus lässt sich die Qualität bestimmen. Es muss richtig grün sein und angenehm duften.

    Wechseln Sie auch unbedingt die Heuqualität. Heu ist nicht gleich Heu und eine Mischung aus 1stem und 2tem Schnitt ist für eine kräftige Abnutzung der stetig wachsenden Zähne unbedingt erforderlich. Auch die Fütterung mit einer Mischung aus Stroh und Heu tut den Zähnen gut.
    Heu, das faulig riecht oder feucht geworden ist, darf auf keinen Fall an Tiere verfüttert werden. Es enthählt toxische (giftige) Substanzen, die bei Zufütterung zum Tod führen können.

    Heu muss im Käfig immer vorhanden sein.

  • Grünfutter ist für mich die Wahl an Frischfutter im Sommer. Die saftigen Wiesen in unmittelbarer Nähe lassen eine artgerechte und sehr gesunde Ernährung meiner Tiere in den Sommermonaten zu.
    Bei der Auswahl der Futterwiese ist darauf zu achten, dass:
    => sie nicht von Haus- oder Nutztieren benutzt wird, auch sollte es keine "Hundeausführwiese" sein. Meerschweinchen können sich über die Ausscheidungen dieser Tiere im Gras mit Würmern, Kokziedien oder Salmonellen anstecken.
    => sie nicht mit künstlichen Düngemitteln oder mit Gülle bewirtschaftet wird.
    => sie sich wegen der Abgase nicht direkt an einer stark befahrenen Straße befindet.
    Wichtig ist, dass Sie das Grünfutter nicht zu nass füttern, die Tiere könnten bei großen Mengen sonst Durchfall bekommen.

  • Meerschweinchen können eigentlich fast alle Obst- und Gemüsesorten fressen. Ausnahmen sind Kohlarten wie Rot- und Weißkohl. Bei Obst gilt die Regel, je süßer, desto weniger. Bananen, Trauben, Kirschen und andere süße Leckereien sollten nur begrenzt verfüttert werden.
    Am besten Sie füttern nach Saison, so haben die Tiere das ganze Jahr über genügend Abwechslung und die Wahrscheinlichkeit, dass die Produkte bis kurz vor der Ernte reifen konnten und somit vitaminreicher sind, ist größer.
    Ergänzen können Sie Obst und Gemüse im Sommer mit frischem Gras und Löwenzahn. Im Winter können Sie Salate zu füttern, achten Sie aber darauf, dass der gewaschene Salat vorher gut abgetropft ist. Zu nasser Salat kann bei großen Mengen zu Durchfall führen.
    Ich empfehle Endivien- oder Feldsalat, ebenso Chicoree und auch Chinakohl sind in den Wintermonaten sehr gute Vitamin C-Lieferanten. Grünkohl und frischer Spinat sind auch eine Leckerei. Bei Petersilie sollten sie sehr vorsichtig sein. Meerschweinchen fressen sie extrem gerne. Aber, sie enthält eine hohe Konzentration an Oxalsäure. Diese bildet in der Harnblase Steine und Harngrieß.
    Nicht empfehlenwert ist Grüner Salat oder Eisbergsalat.
    Gemüse und Obst täglich frisch anbieten.

  • Ich empfehle aus Erfahrung Pelletmeerschweinchenfutter. Pellets haben einzelne Bestandteile wie Luzernegrünmehl, Weizenkleie, Weizengrieskleie, Haferschälkleie, Malzkeime, usw... und verschiedene Vitamine und Spurenelemente, die in einem schonenden Verfahren zusammengepresst werden.
    Ein gutes Meerschweinchenfutter sollte getreidefrei sein, also der Stärkeanteil des Kornes sollte keine Anwendung bei der Verarbeitung finden.
    Der Keimling sowie auch die Hülsen sind ernährungsphysiologisch wertvoll und unbedenklich.
    Dieses Kraftfutter ist genau an die Bedürfnisse von Meerschweinchen angepasst und bei guter Qualität auch mit Vitamin C angereichert, welches Meerschweinchen nicht selbst bilden können und deswegen dringend zugefüttert bekommen müssen. (Auch in Form von Frischfutter)
    Ein weiterer sehr großer Vorteil bei dieser Futterform ist, dass sich die Tiere nicht einzelne Bestandteile, die sogenannten "Leckerbissen", heraussuchen können und somit eine ausgewogene Ernährung für alle Tiere in einem Gehege gewährleistet werden kann. Da es sich um ein "Kraftfutter" handelt, sollte die Menge 1 Eßl. pro Tier & Tag nicht überschreiten.

  • In den Wintermonaten reichere ich meine Pelletfuttermischung noch zusätzlich mit Trockengemüse an.
    Karotten, Sellerie, Tomaten, Pastinaken und Petersilie in veränderlichen Gewichtsanteilen, werden dann unter die Pellets gemischt. Natürlich werden diese Leckereien immer als erstes heraus gefressen. :-)

  • Abzuraten ist von jeder Form "bunten Futters". Hauptbestandteile dieser Tiernahrung sind fettmachende Bäckereinebenerzeugnisse und Getreideprodukte, die mit künstlichen Farbstoffen eingefärbt werden. Für das menschliche Auge mag solch ein Futter ganz nett aussehen, für Meerschweinchen aber ist es sehr ungesund.

  • Ebenso wenig empfehlenswert ist das einseitige Billig-Meerschweinchenfutter, da es hauptsächlich - wenn nicht ausschließlich - aus verschiedenen Getreidekörnern besteht. Getreide in so großen Mengen lässt es die Tiere fett werden und durchaus auch erkranken, weil weitere wichtige Futterbestandteile fehlen.
    Die häufigsten Erkrankungen sind Toxikosen (Stoffwechselentgleisung wegen Leberverfettung) oder Mutterkornvergiftungen (wenn Körner bei zu hoher Luftfeuchtigkeit während der Lagerung ankeimen und dann wieder absterben)

  • Bäckereierzeugnisse sind ebenfalls keine geeignete Meerschweinchennahrung. Sie enthalten leicht verdauliche Kohlehydrate und werden im Darm zu Zucker verarbeitet. Bei der Aufnahme kann dies zu starken Blähungen führen und wichtige Darmbakterien sterben ab.
    Es entsteht ein Ungleichgewicht in der Darmflora und die Tiere können ihr Futter nicht mehr richtig verwerten. Es kommt zu einer Mangelernährung durch unzureichend verdauten Nahrungsbrei.
    Da Meerschweinchen keine Darmperestaltik besitzen (Der Darm bewegt sich ständig selbst um die verdaute Nahrung weiterzuschieben), entleert sich der Darm nur bei ständiger Nahrungsaufnahme. Hat das Tier Blähungen, stellt es vorübergehend das Fressen ein und leidet an heftigen Schmerzen.

  • Zusatzprodukte wie beispielsweise sogenannte "Drops" sind bei Meerschweinchen absolut nicht notwendig. Im Gegenteil: Auch wenn das ein oder andere Meerschweinchen diese "Leckereien" sehr gern vernascht - in zu großen Mengen sind diese "Dickmacher" ungesund.
    Wenn Sie Ihr Tier mit Bedacht verwöhnen wollen, dann füttern Sie viel verschiedenes Obst und Gemüse. Industriell hergestellte Zusatzprodukte sollten keinen Einzug auf dem täglichen Speiseplan finden.

  • Mineral- und Salzlecksteine benötigt ein gesundes Meerschweinchen bei einer ausgewogenen Ernährung nicht.